Tarifbewegung 2026: Starke Beteiligung beim ersten Warnstreik Warnstreik in Lohmar

Rund 1.000 Beschäftigte aus 19 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie haben am 3. November in Lohmar ein deutliches Zeichen gesetzt. Mit einem Warnstreik, Demonstrationszug und einer gemeinsamen Kundgebung verliehen sie ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck.

Beschäftigte kämpfen für ihre Forderung

3. November 2026 3. November 2026


IG Metall Bonn-Rhein-Sieg startet mit erfolgreichem Warnstreik in die Tarifauseinandersetzung

Mit einem eindrucksvollen Warnstreik haben heute rund 1.000 Beschäftigte aus der Metall- und Elektroindustrie im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck verliehen. Beschäftigte aus 19 Betrieben folgten dem Aufruf der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg und versammelten sich zu einer gemeinsamen Demonstration und Kundgebung in Lohmar.

Die Kolleginnen und Kollegen reisten aus den Betrieben mit Bussen an und zogen ab 11 Uhr vom Gelände der Firma Walterscheid sowie der Aggerstraße in einem Demonstrationszug durch die Lohmarer Innenstadt zum Frouardplatz. Dort fand die zentrale Kundgebung der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg statt.

Beteiligt waren Beschäftigte der Unternehmen Mannstaedt, Walterscheid, HSP Hochspannungsgeräte, Danfoss, Hennecke, Maxion Wheels, Hitachi Energy, GKN, ST Extruded Products, Reifenhäuser, ZF Friedrichshafen, Eaton Industries, SGL Carbon, Magnetfabrik Bonn, dormakaba sowie Rohde & Schwarz.

Die hohe Beteiligung macht deutlich: Die Beschäftigten erwarten in der Tarifrunde ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber.

Michael Korsmeier, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg, erklärte:

„Der heutige Warnstreik mit rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigt, wie groß der Rückhalt für unsere Forderungen in den Betrieben ist. Die wirtschaftlichen Daten sprechen eine klare Sprache: Die Auftragslage verbessert sich, die Auslastung steigt, Investitionen ziehen wieder an und die Exportnachfrage entwickelt sich stabil. Es ist nicht alles gut, aber die Lage ist deutlich besser, als uns manche Arbeitgeber darstellen wollen. Deshalb erwarten die Beschäftigten völlig zu Recht ihren Anteil an dieser Entwicklung. Die Reallohnverluste der vergangenen Jahre sind noch längst nicht vollständig ausgeglichen. Die Menschen spüren das jeden Tag beim Einkauf, bei den Energiekosten, bei Gesundheitsausgaben und bei der Altersvorsorge. Die Sorgen der Beschäftigten sind real. Deshalb brauchen wir jetzt eine nachhaltige Stärkung der Kaufkraft.“

Mit dem ersten Warnstreik in der Region haben die Beschäftigten ein deutliches Signal an die Arbeitgeber gesendet. Die IG Metall Bonn-Rhein-Sieg wertet die Aktion als vollen Erfolg und kündigt an, den Druck in der Tarifauseinandersetzung aufrechtzuerhalten, solange kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt.