Sozialstaat verteidigen Laut sein lohnt sich – Kundgebung für einen starken Sozialstaat in Siegburg

Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit und Solidarität Am 2. Juli 2026 waren wir in Siegburg gemeinsam auf die Straße, um ein klares Zeichen gegen den geplanten Sozialabbau zu setzen.

Kundgebung Sozialstaat


Siegburg, 2. Juli 2026 – Gemeinsam mit unseren Bündnispartnern haben wir am 2. Juli auf dem Marktplatz in Siegburg unter dem Motto „Jetzt reicht's – Für einen starken Sozialstaat“ ein deutliches Zeichen gegen die diskutierten Pläne zum Sozialabbau gesetzt. Die Resonanz auf die Kundgebung hat gezeigt, dass viele Menschen die aktuellen Debatten um Einschnitte in den Sozialstaat mit Sorge verfolgen und sich für soziale Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die angekündigten Reformüberlegungen der Bundesregierung, die unter anderem Auswirkungen auf Renten, Pflege, Familienleistungen und Arbeitsbedingungen haben könnten. In Redebeiträgen wurde deutlich gemacht, welche Folgen entsprechende Kürzungen für Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner, Familien, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung sowie pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen haben würden.

Besonders kritisch bewertet wurden die Diskussionen über eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Viele Beschäftigte erreichen bereits heute aus gesundheitlichen Gründen nicht das reguläre Rentenalter. Wer länger arbeiten muss oder vorzeitig in Rente geht, muss mit dauerhaften finanziellen Einbußen rechnen. Ebenso wurde auf die Bedeutung einer verlässlichen gesetzlichen Rentenversicherung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hingewiesen.

Ein weiteres Thema war die Debatte um längere tägliche Arbeitszeiten. Der Acht-Stunden-Tag schützt die Gesundheit der Beschäftigten und trägt dazu bei, Familie, Beruf und Freizeit miteinander vereinbaren zu können. Eine Ausweitung der täglichen Arbeitszeit würde nicht nur die Belastung erhöhen, sondern könnte auch Auswirkungen auf Beschäftigung und Arbeitsplätze haben.

Auch Überlegungen zur Einschränkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wurden kritisch betrachtet. Krankheit darf nicht zu einem finanziellen Risiko für Beschäftigte werden. Wer krank wird, braucht die notwendige Zeit zur Genesung und die Sicherheit, dadurch nicht zusätzlich belastet zu werden.

Großen Raum nahm zudem das Thema Pflege ein. Bereits heute stehen viele pflegende Angehörige unter erheblichem Druck. Mögliche Kürzungen bei Pflegeleistungen, strengere Begutachtungen oder geringere Unterstützungsangebote würden die Situation vieler Familien weiter verschärfen. Dies betrifft insbesondere Eltern von Kindern mit Behinderung sowie Angehörige, die Pflege und Beruf miteinander vereinbaren müssen.

Ebenso wurden die möglichen Auswirkungen auf Alleinerziehende thematisiert. Kürzungen bei Unterstützungsleistungen, Einschränkungen bei Betreuungsangeboten oder längere Arbeitszeiten würden gerade diejenigen treffen, die ohnehin vor großen Herausforderungen stehen.

In den Redebeiträgen wurde außerdem deutlich gemacht, dass die diskutierten Einsparungen aus Sicht der Veranstalter nicht alternativlos sind. Statt Kürzungen bei sozialen Leistungen brauche es eine Politik, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und für eine gerechte Verteilung der vorhandenen Ressourcen sorgt.

Die Kundgebung hat gezeigt: Viele Menschen sind bereit, sich für einen starken Sozialstaat einzusetzen und ihre Stimme gegen sozialen Kahlschlag zu erheben. Die Veranstaltung war ein wichtiges Signal für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und eine starke öffentliche Daseinsvorsorge.

Wir bedanken uns bei unseren Bündnispartnern sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement und ihre Unterstützung.

Gemeinsam bleiben wir laut für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit, eine starke Pflege und sichere Renten. Über weitere Veranstaltungen und Aktionen informieren wir zeitnah.

Unterschreibe unseren offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten der demokratischen Parteien in der Region Köln-Bonn.